Grenzen setzen

Unser Inneres, unser eigenes Reich, ist wie ein Garten. Früher war ich mir gar nicht bewusst, wie wichtig es ist, um mein inneres Reich ein Gartenzaun mit klaren Grenzen zu haben.

Daher habe ich immer alle Besucher gewollt und ungewollt hereingelassen. Mein Gärtchen sah nach den Besuchen meistens aus wie eine Baustelle. Jeder hat sich bedient und Pflanzen mitgenommen oder sich an die hübschesten Plätzchen gesetzt, Tee getrunken und dann das dreckige Geschirr hinterlassen.

Mit den Jahren wurde ich dieser ganzen Besuche überdrüssig und ich habe nicht nur einen Gartenzaun sondern ganze Stacheldrahtzäune und dicke Mauern um mein Gärtchen gebaut. Dies mit der Absicht, dass ich nur so mein inzwischen geliebtes Gärtchen (mein Inneres) beschützen kann. Durch diese schmerzhaften Erfahrungen habe ich Schutzmechanismen aufgebaut und niemanden mehr an mich heran gelassen.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass dies alles gar nicht nötig ist.

Es braucht weder dicke Mauern noch Stacheldrahtzäune und auch keine anderen Verteidigungsvorrichtungen.

 

Wie geht das?

Es genügt ein einfacher Gartenzaun mit einem Gartentor, der mein hübsches Gärtchen abgrenzt. Die Besucher melden sich am Gartentor an und wenn ich mag, dann dürfen sie eintreten und sich meinen wunderschönen Garten respektvoll anschauen. Es ist kein wildes Getrampel mehr, sondern nur noch herzliche Besuche.

Dadurch, dass ich mein Gärtchen liebevoll in Besitz genommen habe und mit dem weichen Atem meine Energie auch in den letzten Winkel meines «Königinnenreichs» habe fliessen lassen, hat sich automatisch ein wunderhübscher Gartenzaun als meine natürlichen Grenzen ergeben. Meine Energie begrenzt mein Reich und dies wird von den Besuchern liebevoll respektiert. Mit dem weichen Atem kann ich meinen Garten immer blühender werden lassen und es ist eine wahre Freude ihn zu betrachten. Natürlich geschieht dies nicht von heute auf morgen. Aber das immer wieder Achtsam sein, ist etwas das ich sehr gerne für mein Wohlbefinden mache. Denn mein Leben wird dadurch soviel liebevoller und einfacher, das bin ich es mir wert, dass ich mir immer wieder diese Zeit nehme und weich atme.

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