Missverständnisse in der Partnerschaft

Eine Klientin ist kürzlich mit folgendem Thema zu mir gekommen:

Bei ihr und ihrem Mann gibt es immer wieder Missverständnisse in der Partnerschaft. Die beiden sprechen anscheinend nicht die gleiche Sprache und haben sehr unterschiedliche Vorstellungen von der Beziehung. Ich konnte dies gut nachvollziehen, denn ich habe die gleichen Situationen erlebt. Man versucht mit dem Partner zu reden und merkt, dass man doch nicht vom Gleichen spricht.

Es ist eine verflixte Sache. Dann probiert man es andersrum und irgendwie geht es doch nicht. Die Stimmung wird immer angespannter und der Negativ-Kreislauf hat eingesetzt. Dabei hat man nach einiger Zeit (oder Jahren) das Gefühl, dass man alles probiert hat und irgendwie findet man den Zugang zum Partner nicht mehr.

 

Gemeinsam mit meiner Klientin haben wir uns nicht mehr auf die Partnerschaft konzentriert, sondern auf ihre Gefühle, welche durch die Missverständnisse aufgetaucht sind.

 

Das waren Gefühle von Panik, Unsicherheit, Wut, Leere, sich nicht verstanden fühlen und noch vieles mehr. Wir haben uns mit viel Liebe und Respekt durch das erste Thema gearbeitet mit dem gemeinsamen, liebevollen Atmen. Wir haben dem Gefühl der Panik die Erlaubnis gegeben zu sein und weich damit geamtet. Am Anfang war es eine Herausforderung, das panische Gefühl auszuhalten und einfach nur zu sein damit. Ohne etwas zu machen. Puh. Nicht mehr zu kämpfen, nicht zu verdrängen. Doch nach einer gewissen Zeit hat sich das Gefühl aufgelöst und wir konnten das nächste Gefühl angehen.

Irgendwann standen wir vor einem Gefängnis mit verschlossenen Türen. Ganz liebevoll haben wir die Erlaubnis gegeben, dass sich die Türen öffnen und die eingesperrten Gefühle zeigen dürfen. Oh es war so bewegend und berührend.

Mit jedem der Gefühle haben wir geatmet und nach einiger Zeit hat sich das Gefühl aufgelöst. Bei einem Gefühl hat sich auch ein innerer Anteil gezeigt, welcher sich durch ein traumatisches Ereignis gebildet hat. Auch mit diesem haben wir liebevoll geatmet und den Anteil in unseren Armen herzlich willkommen geheissen. Nach all dieser langen Zeit der Einsamkeit durfte der Anteil zurück ins Herz kommen. Es war sehr bewegend und heilsam.

 

Am Schluss haben wir gemeinsam die Erlaubnis gegeben, dass sich das Gefängnis auflöst, da es nicht mehr gebraucht wird.

 

Dies war der erste Schritt auf dem Weg zu einem besseren Verständnis von sich selber und dadurch auch das Erkennen der Ansprüche und der Erwartungen in der Partnerschaft.

 

Es war für mich so bereichernd dies zu Erleben. Ich bin unendlich dankbar für dieses Geschenk des weichen Atmens.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0