Loslassen – so viele verschiedene Stufen

Anfangs dieses Jahres hatte ich das Bedürfnis, meine Wohnung/die Garage/den Keller aufzuräumen. Alles was ich schon lange nicht mehr benutzt habe oder was mit negativen Energien behaftet ist, habe ich verkauft oder weggeben, wenn es jemand mochte. Das war der einfachste und befreiendste Weg des Loslassens. Es ging relativ einfach und machte Spass.

 

 

 

Dabei war es nur die Aufwärmphase für die nächste Runde des Loslassens.

 

Und zwar kam als nächstes, dass ich im Büro und privat so viel um die Ohren hatte, dass ich bald nicht mehr wusste welcher Wochentag wir haben. Ich bin ansonsten sehr strukturiert, habe für alles meine Listen und mache mir Notizen, dass ich nichts vergesse. Aber in dieser Phase war ich froh, dass ich es irgendwie geschafft habe, meine Termine einzuhalten. Es war zu viel aufs Mal. Das war die zweite Runde des Loslassens. Ich habe bewusst alles abgegeben und mich nicht mehr dagegen gesträubt, dass ich es nicht mehr kontrollieren konnte. Das Ziel war nur noch unbeirrt meinen Weg zu gehen und auf die innere Führung zu vertrauen.

 

 

 

Die nächste Steigerung kam dann mitten in diesem Chaos. Meinem Papa ging es schlecht, er war in der Klinik mit einem Hirnschlag und Lungenembolie. Natürlich wohnt er nicht gleich um die Ecke, sondern eine Tagesreise entfernt. Der Anruf kam am Mittwoch und ich habe alles umorganisiert, damit ich am Freitag hinfliegen und dann noch mit dem Zug bis zu ihm in die Klinik fahren konnte. Im Vorfeld macht man sich so viele Gedanken, was mit ihm geschehen könnte. Kann man sich noch verabschieden, kann man noch offene Themen besprechen, usw.? Auf einmal waren alle anderen Dinge nicht mehr wichtig.

 

 

 

Rückblickend ist es sehr spannend zu schauen, welche Prioritäten man setzt im Leben. Und wie das Leben einem immer wieder lehrt, die Perspektiven neu zu setzen. Und eben auch Loszulassen und zu vertrauen.

 

Zuerst durfte ich materielle Dinge loslassen, dann die Kontrolle über die Termine/über mein Leben und am Schluss einfach nur noch darauf vertrauen, dass es irgendwie geht und alles gut kommt. Es war eine anspruchsvolle Zeit für mich. Ich durfte jedoch viel Liebe, Anteilnahme und Unterstützung erfahren, dafür bin ich sehr dankbar.

Dass Loslassen habe ich gelernt in diesen Monaten. Einfach ganz bewusst aufzugeben und alles loszulassen. Und darauf vertrauen, dass es gut kommt.

 

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