Die 7 Schritte des Erwachens

Im Buch «Jesu’ Jüngerinnen – das geistige Erbe der drei Marien» von Daniel Meurois habe ich eine wunderbare Beschreibung des Erwachensprozesses gelesen. Ich möchte diese 7 Schritte des «vom sich selbst zum höheren Ich» gerne in Kurzform weitergeben, denn es ist wirklich interessant, dass wir in unserem Leben so gefordert werden und uns dadurch weiterentwickeln.

 

1. Schritt: Schlafen 

Man findet sich auf einer Ebene wieder, mit allen möglichen Farben und jede Farbe spiegelt eine Facette der Seele. Jede Facette zeigt einen Zustand der Verführung, welchen wir erfahren haben und uns dadurch einkerkern liessen. Wir haben so vieles ausprobiert, sind so vielen Gelüsten nachgegangen, manches tut weh, aber man hängt an allem.

Dies ist eine Art Schlafzustand des «leicht zu leben», da sie aus Unwissenheit besteht, die nicht weiss, dass sie Unwissenheit ist und dies bequem ist. Man hängt sich dabei an Dinge und Wesen.

 

2. Schritt: Begehren

Begehren ist nicht mehr schlafen. Die Masken und Welten der Gier bestehen darin, immer mehr zu begehren (Materielles und auch Bewusstseinszustände). All das geschieht, um sich ein wenig mehr am Leben zu fühlen, mehr zu spüren, damit man nicht mehr so isoliert und leer ist.

Jede Seele muss lernen, der Welt zu danken, denn bevor sie in die Vielfalt und Fülle des Lichtes sein kann, muss sie in der Fülle der Materie das Haben erleben.

 

3. Schritt: Unwissenheit 

Die Unwissenheit ist ein Ozean, welcher gerne alle empfängt, die sich auf ihm treiben lassen wollen. Dies ist ein Ozean des «Nicht-Wissen-Wollens». Hier ist die Angst vor der Entdeckung, dass man immer noch Tief in der Trennung von sich selber ist. Es ist ein Begehren mit dem Strom zu schwimmen. Man geht den Weg des geringsten Wiederstandes. Die schlimmste Ignoranz liegt im Fehlen von Mut und der Anhäufung eitlen Wissens.

 

4. Schritt: Gift der Eifersucht 

Man könnte sie für die Brüder der Begierde halten, denn sie treiben einen voran, regen einen an, sich zu bewegen und immer mehr zu wollen. Jedoch ist es Macht, die interessiert. Doch Macht ist nicht Kraft. Macht ist ein Taumel, ein Zustand der Trunkenheit bestehend aus versteckter Not und Hilflosigkeit. Man muss den Kelch des Giftes-der-Eifersucht bis zum letzten Tropfen ausgetrunken haben, um ihre tödliche Eitelkeit zu erfassen.

 

5. Schritt: Abhängigkeit 

Woraus sind deine Sehnsucht, deine Langeweile und Not in Wahrheit gemacht? Du konntest das Leben, dass dir geschenkt wurde, nicht voll auskosten. Dafür hast du deinen Körper und dich selbst geliebt, über alle Massen. Und dabei alle körperlichen Lüste ausgeschöpft.

 

6. Schritt: trunkene Weisheit

Man ist trunken vor Weisheit. Wenn das Wesen des Menschen meint, genug vom Leben verstanden zu haben, so gefällt es sich, beim Anblick seiner ehrwürdigen Falten und seinem ergrauten Haar, ein bestimmtes Lächeln aufzusetzen. Es ist das Lächeln dessen, der meint, nun das Recht zu haben, sich hinzusetzen und seine eigene Weisheit zu bestaunen. Doch eine Weisheit, die sich Befriedigung und Ernsthaftigkeit hüllt, hat ihren Namen nicht verdient. In Wahrheit heisst sie: Rausch der Überheblichkeit.

 

7. Schritt: Zorn der Weisheit

Der Zorn der Weisheit tritt auf mit den ersten Strahlen des wahren Lichts. Man besucht den Zorn mit der Gewissheit, dem Zepter des Wissens und dem Schwert der Wahrheit in der Hand. Der Zorn reisst unzählige Mauern ein, versteht aber nicht, dass gerade indem er die Gerechtigkeit so vehement verficht, eine letzte Festung errichtet wird.

Eine Weisheit, die den Zorn zu Gast bittet, nährt in Wahrheit nur wieder die Trennung.

 

Wer vollkommen menschlich werden will, wird eines Tages jede Kontrolle über das verlieren, was er für seine Vernunft und sein Herz hält. Und so wird er durch ein achtes Portal hindurchgehen. Dies offenbart das Leben hinter den Kulissen. So wird er seinen Weg des Aufstiegs durch die sieben Welten der Wut hinter sich lassen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0