Schwellenzeit – Manchmal stehen wir in unserem Leben dazwischen

In Schwellenzeiten spüren wir, dass sich etwas wandeln will, können es jedoch noch nicht greifen. Das Alte trägt nicht mehr, das Neue ist noch nicht da. Fragen und Unsicherheiten begleiten uns, die nächsten Schritte sind noch nicht sichtbar.

Zurzeit beobachte ich eine Schwellenzeit im Weltgeschehen. Das Alte ist langsam am Vergehen, es hat noch einen Nachhall und ein Echo. Das Neue ist noch nicht wirklich da, bisher nur ganz sanft spürbar.

Mit Mabon / Herbst-Tag- und Nacht-Gleiche ist eine weitere Art der Schwellenzeit spürbar. Der Sommer geht zu Ende und die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür. Wir können in beide Richtungen schauen, in den Sommer zurück und auf die Zeit vor uns.

Auch in meinem privaten Leben spüre ich diese Schwellenzeit. Das Alte ist am Vergehen und hat noch einen Nachhall. Das Neue ist noch nicht da, jedoch bereits spürbar.

 

In der Schwellenzeit geben wir diesem Dazwischenstehen bewusst Raum und wertschätzen es. Aus einer tiefen Stille heraus kann anschliessend etwas in uns heilsam in Bewegung kommen, sich neu ordnen. Vertrauen und Zuversicht, oftmals auch nächste Schritte, entwickeln sich von innen heraus. Letztlich kannst Du die Schwellenzeit nicht massgeblich verkürzen. Manchmal stehen wir im Leben dazwischen. Du kannst jedoch einiges machen, um die Zeit des Umbruchs schöner zu gestalten.

 

Achtsamkeit: „Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht.“ Afrikanisches Sprichwort

Horche in dich hinein. Lausche Deinen Gefühlen und verlange nicht von Dir, dass Du sofort wissen musst, wohin die Reise Dich führen soll. Kleine Meditationseinheiten, Spaziergänge in der Natur oder das Aufschreiben Deiner Gedanken kann Dir dabei helfen, Dich mit Deinen wahren Gefühlen zu verbinden.

Vertraue Deinem Leben: „Und wenn du das Gefühl hast, dass gerade alles auseinander zu fallen scheint, bleibe ganz ruhig. Es sortiert sich nur neu …“ Unbekannt

Vielen fällt es enorm schwer die Kontrolle abzugeben. Sie leben nach der Devise „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Gehörst Du auch zu ihnen? Leider müssen wir alle einsehen, dass wir nicht über alles die Kontrolle behalten können. Manches geschieht einfach, ob wir wollen oder nicht. Wenn Du Dir aber immer wieder vor Augen führst, dass alles was in Deinem Leben passiert, dann ist das enorm beruhigend.

Losgehen: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“ Wolf Biermann

Du wirst mit absoluter Sicherheit irgendwann an einen Punkt kommen, wo du spürst, dass es jetzt soweit ist. Dass es an der Zeit ist aufzubrechen. Dieser Schritt ist wahrlich nicht einfach, denn Losgehen und Veränderungen bringen immer Ängste mit sich. Ängste, die zunächst überwunden werden müssen. Aber gewiss wirst Du das schaffen. Weil Du es Dir Wert bist. Weil Du es verdient hast, Dich wieder mit Deinem Leben verbunden zu fühlen.

Es ist ein Gefühl, dass keiner von uns gerne hat. Denn es fühlt sich so an, als hätten wir unser Leben nicht mehr unter Kontrolle. Einstige Pläne funktionieren nicht mehr, was uns jahrelang (vielleicht Jahrzehnte) erfüllt hat, tut es nicht mehr.

Für mich sind es Zeiten, in denen etwas aufbricht, sich innerlich wandeln und reifen darf, um dann mit neuer Kraft nach aussen zu treten. Das ist auch die Krux an den Schwellenzeiten: Sie sind meist nicht äußerlich sichtbar. Niemand außer uns spürt, was in uns vorgeht.

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